Welches Objektiv für was? Unsere Objektiv-Beratung mit Kaufempfehlungen!

Die Suche nach dem passenden Objektiv ist oft noch schwerer als die Suche nach der perfekten Kamera. Worauf muss ich beim Kauf eines Objektivs achten? Welches Objektiv eignet sich wofür? Was bedeuten die Zahlen auf dem Objektiv? Und welches Objektiv ist nun das richtige für mich? Diese Fragen beantworten wir dir in diesem Artikel.

Wenn du diesen Artikel liest, gehen wir mal davon aus, dass du bereits eine Kamera hast.

Wenn nicht, möchten wir dir unsere Kamera-Kaufberatung ans Herz legen. Dort beantworten wir alle Fragen rund um den Kamerakauf.

Hier geht es rund um das Thema Objektive. Bist du das erste Mal auf der Suche nach einem Objektiv? Perfekt, dann findest du hier alle Infos, die du über den Objektivkauf wissen musst.

Kennst du dich schon relativ gut aus mit Objektiven? Auch gut. Wir sind sicher, du findest in unserem Kaufratgeber trotzdem noch neue Infos und Tipps.

Über das Inhaltsverzeichnis kannst du übrigens auch ganz schnell zu einem Abschnitt deiner Wahl springen.

Worauf muss ich beim Objektivkauf achten?

Bevor wir uns anschauen, welche Arten von Objektiven es gibt und welche konkreten Objektive wir empfehlen, befassen wir uns erst einmal mit den Grundlagen.

Bevor du dich für ein Objektiv entscheidest, solltest du schließlich wissen, worauf du überhaupt achten musst.

Es gibt 6 grundlegende Faktoren, die du beim Kauf eines Objektivs beachten solltest:

  • Die richtige Brennweite
  • Die Lichtstärke
  • Die Naheinstellgrenze, falls du sehr nah an dein Motiv herangehen möchtest
  • Der richtige Objektivanschluss
  • Die Größe und das Gewicht des Objektivs
  • Und natürlich der Preis

Brennweite eines Objektivs

Die Brennweite eines Objektivs bestimmt, ob und wie weit du mit einem Objektiv zoomen kannst. Die Brennweite wird in mm gemessen und die Angabe steht auf jedem Objektiv drauf.

Je größer die Brennweite deines Objektivs ist, desto größer ist der Zoom. Mit einer kurzen Brennweite (z. B. 16 mm) kannst du einen sehr großen Bildausschnitt auf deinem Foto festhalten. In noch einfacheren Worten: Du bekommst sehr viel auf dein Bild drauf! Das ist zum Beispiel praktisch, wenn du Landschaften fotografierenmöchtest.

Mit einer langen Brennweite (z. B. 300 mm) kannst du hingegen sehr weit entfernte Motive ranzoomen und zum Beispiel auf einer Safari weit entfernte Tiere aus sicherer Entferung auf deinem Bild festhalten.

Vor dem Objektivkauf solltest du dir also Gedanken machen, was du am liebsten fotografieren möchtest.

Fotografierst du viel auf Sportveranstaltungen oder Tiere in freier Wildbahn? Dann brauchst du einen großen Zoom, also eine lange Brennweite.

Fotografierst du hingegen lieber Landschaften? Dann ist eine kürzere Brennweite für dich wichtig, damit du möglichst viel von der Landschaft auf deinem Bild festhalten kannst.

Fotografierst du viel auf Reisen und hast dabei ganz verschiedene Motive vor der Linse? Landschaften, Städte, Tiere und Menschen? Dann kann ein Objektiv mit einem großen Brennweitenbereich, mit dem du alles abdeckst, eine gute Wahl für dich sein.

Es gibt außerdem Objektive mit einer festen Brennweite, bei denen du nicht zoomen kannst und Zoom-Objektive mit einer flexiblen Brennweite. Zu den Vor- und Nachteilen beider Varianten kommen wir gleich noch.

Lichtstärke eines Objektivs

Wenn du dich mit dem Kauf eines Objektivs beschäftigst, ist dir sicher auch schon mal der Begriff Lichtstärke untergekommen.

Die Lichtstärke eines Objektivs ist nichts anderes, als die maximale Blendenöffnung des Objektivs.

Wenn dir der Begriff Blende gar nichts sagt, dann schau dir mal unser ausführliches Tutorial zu diesem Thema an:

Die Blende in der Fotografie

Der Artikel über die Blende ist übrigens ein Probekapitel aus unserem Online-Fotokurs. Wenn du noch mehr Fotowissen aufsaugen möchtest, dann schau unbedingt mal vorbei:

Unser Online-Fotokurs

Eine ganz kurze Einführung zur Blende wollen wir dir aber auch hier geben:

Je weiter du die Blende an deinem Objektiv öffnen kannst, desto mehr Licht gelangt auf den Sensor deiner Kamera. Bei schlechten Lichtverhältnissen hast du mit einer großen Blendenöffnung also mehr Spielraum beim Fotografieren. Deshalb spricht man von lichtstarken Objektiven.

Wie groß die maximale Blendenöffnung eines Objektivs ist, erkennst du an der Blendenzahl, die auf jedem Objektiv drauf steht.

Wo auf dem Objektiv findest du Angaben zur Brennweite und zur BlendeDie Blendenzahl beginnt immer mit einem f/. Je kleiner die Blendenzahl ist, desto lichtstärker ist ein Objektiv.

Ein Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von f/2.8 ist also lichtstärker als ein Objektiv mit einer Blendenöffnung von f/3.5.

Sehr lichtstarke Objektive haben z. B. eine Blende von f/1.8.

Es gibt sogar Objektive, die eine maximale Blendenöffnung von f/1.4 und mehr erlauben. Dafür musst du aber entsprechend tief in die Tasche greifen.

Auf dem abgebildeten Objektiv siehst du, dass die maximale Blendenöffnung mit f/3.5-5.6 angegeben ist. Diese Angaben findest du oft bei Zoomobjektiven.

Deine maximale Blendenzahl ist dann also immer zwischen f/3.5-5.6 und verändert sich je nachdem mit welcher Brennweite du fotografierst.

In diesem konkreten Fall hat das Objektiv eine Brennweite von 16 bis 300 mm. F/3.5-5.6 bedeutet, dass du die Blende bei einer Brennweite von 16 mm auf eine maximale Öffnung von f/3.5 stellen kannst und bei einer Brennweite von 300 mm auf f/5.6.

Die Blende hat übrigens nicht nur etwas mit dem Licht zu tun, sondern beeinflusst auch die Schärfentiefe deiner Bilder.

Möchtest du Bilder mit einem unscharfen Hintergrund machen? Dann brauchst du ebenfalls ein Objektiv mit einer großen Blendenöffnung, also einer kleinen Blendenzahl.

Naheinstellgrenze

Die Naheinstellgrenze eines Objektivs ist immer dann relevant, wenn du sehr nah an dein Motiv rangehen möchtest.

Wo auf dem Objektiv findest du Infos zur NaheinstellgrenzeWahrscheinlich kennst du die folgende Situation: Du gehst mit deiner Kamera sehr nah an ein Motiv heran, zum Beispiel an eine schöne Blüte.

Du bekommst dein Foto aber einfach nicht scharf gestellt.

Dann hast du die Naheinstellgrenze deines Objektivs unterschritten. Die Naheinstellgrenze wird in cm angegeben und du findest die Angabe ebenfalls auf deinem Objektiv.

Wenn dein Objektiv eine Naheinstellgrenze von 50 cm hat, muss zwischen deinem Motiv und dem Sensor deiner Kamera mindestens ein halber Meter Platz sein.

Sonst wird deine Kamera das Bild nicht scharf stellen. Manchmal wird die Naheinstellgrenze deshalb auch als Mindesfokussierabstand bezeichnet.

Für dich ist das vor allem relevant, wenn du gerne Makrofotos machst und sehr nah an deine Motive heran gehst.

Objektiv-Anschluss

Jeder Kamerahersteller hat einen individuellen Objektivanschluss. Beim Kauf eines Objektivs musst du also darauf achten, dass dein Objektiv zu deiner Kamera passt.

Die wichtigsten Objektivanschlüsse sind die Folgenden:

  • Nikon
  • Canon
  • Sony A-Mount (Für Sony-Spiegelreflexkameras)
  • Sony E-Mount (Für spiegellose Systemkameras von Sony)
  • MicroFourThirds (Panasonic, Olympus)
  • Fujifilm
  • Pentax

Wenn du dir ein Objektiv kaufen möchtest, hast du die Wahl zwischen einem Objektiv vom Kamerahersteller selbst oder einem Objektiv von einem Drittanbieter.

Drittanbieter sind Objektivhersteller, die Objektive für verschiedene Anschlüsse anbieten. Die bekanntesten sind Tamron, Sigma und Samyang. Objektive dieser Hersteller kannst du bedenkenlos kaufen. Sie sind keinesfalls schlechter als Objektive der Kamerahersteller selbst.

Für verschiedene Objektivanschlüsse haben wir auch ausführliche Artikel mit unseren Empfehlungen geschrieben:

E-Mount Objektive für die Sony Alpha 6000
E-Mount Objektive für die Sony Alpha 7ii
MFT Objektive für Panasonic und Olympus

Größe und Gewicht

Größe und Gewicht sind nicht nur bei der Wahl der Kamera wichtige Entscheidungskriterien, sondern auch bei der Wahl des richtigen Objektivs. Wenn dir das Gewicht also wichtig ist, solltest du beim Kauf darauf achten.

Preis

Das liebe Geld spielt beim Objektivkauf natürlich auch eine Rolle. Die Preisspanne für Objektive ist dabei fast grenzenlos. Ganz einfache Objektive bekommst du schon für um die 100 Euro. Profi-Teleobjektive können hingegen durchaus auch mal den Gegenwert eines Kleinwagens haben.

Im Wesentlichen kann man bei Objektiven sagen, dass der Preis eines Objektivs durchaus seine Qualität widerspiegelt. Du kannst also davon ausgehen, dass ein teureres Objektiv auch ein besseres Objektiv ist.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen trifft diese Faustregel bei Objektiven zu.

Unser Tipp: Grundsätzlich empfehlen wir dir, lieber etwas mehr Geld in Objektive zu investieren als in den Kauf einer neuen Kamera.

Ein Beispiel: Du hast eine Kamera, die 600 Euro gekostet hat und hast jetzt 1.000 Euro für neues Equipment zur Verfügung. Du überlegst, ob du dir für 1.000 Euro eine neue Kamera kaufst oder ein neues Objektiv für 1.000 Euro.

In diesem Fall raten wir dir immer zum Objektivkauf. Der Unterschied zwischen der 600- und der 1000-Euro-Kamera ist wahrscheinlich relativ gering. Wenn du aber ein tolles Objektiv für 1.000 Euro an deine 600 Euro-Kamera schraubst, wirst du wahrscheinlich einen viel größeren Unterschied merken.

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.